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Eigentum
 
ist das umfassendste dingliche Recht an einer Sache. W√§hrend demnach im Privatrecht E. nur an einzelnen k√∂rperlichen, beweglichen oder unbeweglichen Gegenst√§nden m√∂glich ist (nicht an Sachgesamtheiten, z.B. an einem Betrieb), geht der √∂ffentlich-rechtliche Begriff des E. und sein grundrechtlich gew√§hrleisteter Schutz (Art. 14 I GG: "Das Eigentum ... wird gew√§hrleistet") dar√ľber hinaus und umfasst z.B. auch Forderungen und Rechte ("geistiges Eigentum"), verm√∂genswerte √∂ffentlich-rechtliche Rechtspositionen (z.B. unwiderrufliche Konzessionen) usw., die damit gleichfalls den einschr√§nkenden Vorschriften √ľber die M√∂glichkeit einer Enteignung unterliegen.
Das (privatrechtliche) E. als das grunds√§tzlich unbeschr√§nkte Herrschaftsrecht √ľber eine Sache berechtigt den Eigent√ľmer regelm√§√üig, mit der Sache nach Belieben zu verfahren (z.B. durch √úbereignung, Belastung u.a.) und andere (Unberechtigte) von jeder Einwirkung auszuschlie√üen (¬ß 903 BGB, Eigentumsst√∂rungen, Eigentumsherausgabeanspruch). Das E. an einem Grundst√ľck erstreckt sich auch auf den Raum √ľber und unter der Oberfl√§che; der Eigent√ľmer kann jedoch Einwirkungen nicht untersagen, die in solcher H√∂he oder Tiefe vorgenommen werden, da√ü er an der Ausschlie√üung kein schutzw√ľrdiges Interesse hat (¬ß 905 BGB; z.B. √úberfliegen mit einem Flugzeug, Grundwasserstrom; anders U-Bahnbau unter einem Haus). Das E. r√§umt jedoch kein schrankenloses Herrschaftsrecht ein. Schon ¬ß 903 BGB gew√§hrt die genannte umfassende Befugnis dem Eigent√ľmer nur, soweit nicht das Gesetz oder Rechte Dritter entgegenstehen. Als zivilrechtliche Beschr√§nkungen des Eigentums kommen demnach das Verbot der missbr√§uchlichen Aus√ľbung (Treu und Glauben) und der Schikane in Betracht, ferner der (zivilrechtliche) Notstand, das Nachbarrecht sowie s√§mtliche beschr√§nkten dinglichen Rechte, die das E. belasten und seinen Inhalt einschr√§nken (z.B. Dienstbarkeit, Hypothek, Pfandrecht u.a.).

Dar√ľber hinaus betont das Grundgesetz die Sozialgebundenheit des Eigentums ("Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen. Inhalt und Schranken werden durch die Gesetze bestimmt"). Im √∂ffentlichen Interesse ist das E. daher heute weitgehend pflichtgebunden. Die wichtigsten √∂ffentlich-rechtlichen Beschr√§nkungen des E. enthalten das Bau- und (√∂ffentliche) Nachbarrecht (Aufstellung von Fl√§chennutzungspl√§nen, Regelung der Baugestaltung, der Grenzabst√§nde, Genehmigungsbed√ľrftigkeit usw.), das Verkehrsrecht (Einschr√§nkung von Anliegerbauten an Stra√üen), die Regelung des landwirtschaftlichen Grundst√ľcksverkehrs, der Naturschutz und Immissionsschutz, das Wasser-(haushalts-) recht, die im Interesse der Landesverteidigung erlassenen Vorschriften (z.B. Bundesleistungsgesetz, Sicherstellungsgesetze) sowie die Beschr√§nkungen bei der Wohnungsmiete (Miete) und im Rahmen des Gemeingebrauchs an √∂ffentlichen Wegen und Gew√§ssern. √úber diese inhaltliche Beschr√§nkung des Eigentums hinaus, die regelm√§√üig vom Eigent√ľmer entsch√§digungslos hingenommen werden muss, sehen verschiedene Gesetze zum Wohle der Allgemeinheit die M√∂glichkeit einer - nur gegen angemessene Entsch√§digung m√∂glichen - Enteignung vor.

Als Arten des E. kommen neben dem Alleineigentum in Betracht: das Miteigentum nach Bruchteilen, das Gesamthandseigentum (Gesamthandsgemeinschaft), das Sicherungs (Treuhand-) eigentum, das vorbehaltene E. (Eigentumsvorbehalt) und das Wohnungseigentum; ein √úber- und Untereigentum (wie beim Besitz) ist nicht m√∂glich. Auch das sog. √∂ffentliche Eigentum, d.h. das E. an einer dem Staat, einer Gemeinde oder einer sonstigen √∂ffentlichen K√∂rperschaft geh√∂renden Sache, ist grunds√§tzlich wie das privatrechtliche E. zu behandeln; es ist aber, soweit die Sache nicht zum Finanzverm√∂gen geh√∂rt (z.B. die Gemeinde hat einen Wald), als sog. Verwaltungsverm√∂gen (√∂ffentliche Wege und Geb√§ude) nur beschr√§nkt f√ľr Verwaltungszwecke u.a. verkehrsf√§hig (Sache).

F√ľr das im Gebiet der ehem. DDR begr√ľndete pers√∂nliche und sog. sozialistische E. (insbes. das E. sozialistischer Genossenschaften und das sog. Volkseigentum als Grundlage der sozialistischen Produktionsverh√§ltnisse, ¬ß¬ß 18ff. ZGB) gelten hinsichtlich Voraussetzungen, Inhalt und Umfang seit 3. 10. 1990 grunds√§tzlich die Vorschriften des BGB (Art. 233 ¬ß 2 EGBGB). Besonderheiten gelten f√ľr Geb√§udeeigentum und dingliche Nutzungsrechte (Nutzungsberechtigungen). Wem bisheriges Volkseigentum zuf√§llt oder wer die Verf√ľgungsbefugnis hier√ľber erh√§lt, richtet sich allerdings nach besonderen Vorschriften, insbes. nach dem Investitionsvorranggesetz sowie nach dem Gesetz zur Regelung offener Verm√∂gensfragen (Anlage II Kapitel III Sachgebiet B Abschnitt I Nrn. 1 und 2 des Einigungsvertrags).